Neubau in Köln Deutz für den LVR Landschaftsverband Rheinland Empfang, Lobby, Café und Kantine

Zu roughem Sichtbeton und sichtbaren Elementen der Haustechnik gesellen sich natürliche, wertige Materialien wie Naturstein und massive Eiche, sowie Farben aus dem tiefdunklen Farbspektrum.

Als verbindendes Element über die geschwungene Architektur hinweg: Der Natursteinboden aus Jura Grau im Langformat, der im Empfangsbereich ein ruhiges Fugenbild zeichnet, im Kantinenbereich - der abzweigenden Architektur - dagegen schräg verläuft. Die zweigeschossige Glasfassade markiert den Haupteingang im Winkel der L-förmigen Architektur. Oberhalb der schlicht monolithischen Empfangstheke - im Material des Bodens - eine Lamellenverkleidung ebenfalls aus Eiche, die den Luftraum mittels Kreuzfuge betont. Zylindrische Glaskörper von Konstantin Grcic füllen das Volumen und ergänzen die Grundbeleuchtung. Im Lobbybereich Wassily Sessel von Marcel Breuer aus dem Bestand des Landschaftsverbandes, ergänzt um helle und aktuell moderne Sitzinseln. Textil voluminöse Wandelemente in zurück-haltendem Grau-Beige bieten dem Setting einen wärmenden und gleichzeitig raumakustisch abschirmenden Rücken. Vis á vis markiert ein schwungvoller Materialwechsel im Boden - der zugleich subtil in die Kantine führt - das Café. Tiefblauer Boden aus Belgisch Granit im kleinen Format, fest verankerte Stehleuchten, filigran gebogen und bei Luftzug sich leicht bewegend assoziieren einen städtischen Platz. Klassische Eames Plastik Arm Chairs in hellem und dunklem Blau-Grau und Grün nehmen Bezug zu den CI-Farben des Mieters. Die Rückwand des Cafés ziert eine hölzerne Wandverkleidung, akustisch wirksam mit einem Bohrlochbild das an das Blattwerk einer Baumkrone erinnert - ein Motiv das im Getümmel der Großstadt eine ungewohnte Natürlichkeit und Gelassenheit ausstrahlt. Im Kantinenraum treffen sichtbar verlegte Lüftungsrohre und Heiz-Kühlsegel auf feinste Tischlerarbeiten, filigrane Muster und seidenglänzende Oberflächen. Eine eigens entworfene Beleuchtung verbindet sich mit der Haustechnik anstatt sie zu verstecken. Filigran mäandernde Linien, mal leuchtend, mal schwarz, winden sich auf unterschiedlichen Ebenen durch den Raum und knüpfen an die Gestaltungsaspekte der Architektur an: Geradlinigkeit und Dynamik. Akustische Wandpaneele mit Eichenfurnier verkleiden nahezu alle Innenwände und erzeugen akustisch wie optisch eine angenehme Atmosphäre. Die Kopfwand zeigt das Bild einer typischen Kantinentablettrückgabe - ästhetisiert durch die Umsetzung in ein feingliedriges Lochbild. Kontrastreich hierzu die Theke mit Keramikfliesen, die im Tageslicht in blauen und braunen Nuancen schimmernd, die Zartheit des Entwurfes im Kontext der Sichtbetonhülle bekräftigen.

Nutzung
Verwaltungsgebäude

Zeitraum
12/2018
06/2020

Bauherr
Lucks Immobilien / Landschaftsverband Rheinland

Größe
400 qm

Umfang
LP 1-9 (außer 4)

Fotografie
Jens Kirchner